Exertional Rhabdomyolysis bei Pferden: Symptome & Behandlung

Was ist Exertional Rhabdomyolysis bei Pferden? Die Antwort ist einfach: Es ist eine ernste Muskelerkrankung, die wir Reiter unbedingt kennen sollten! ER, wie wir es nennen, führt zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und kann sogar die Nieren schädigen. Ich arbeite seit Jahren mit Sportpferden und habe gesehen, wie schnell ein falsches Training zu Problemen führen kann.Die gute Nachricht? Wir können viel tun, um unser Pferd zu schützen! In diesem Artikel zeige ich dir, wie du die Warnzeichen erkennst, was im Notfall zu tun ist und wie du mit der richtigen Fütterung und Bewegung vorbeugst. Denn jedes Pferd verdient es, schmerzfrei zu laufen!

E.g. :

Was ist Exertional Rhabdomyolysis bei Pferden?

Kennst du das Gefühl, wenn du nach einem harten Training völlig erschöpft bist? Exertional Rhabdomyolysis (ER), auch bekannt als "Tying-up", ist so etwas - nur viel schlimmer. Es ist ein Syndrom, das bei Pferden Muskelschmerzen und Krämpfe während oder nach dem Training verursacht.

Ich arbeite seit Jahren mit Pferden und habe gesehen, wie ER die Karriere vieler Sportpferde beeinträchtigt hat. Die gute Nachricht? Mit dem richtigen Management können wir die Symptome kontrollieren!

Die zwei Gesichter von ER

Stell dir vor, du isst jeden Tag Schokolade und plötzlich bekommst du Bauchschmerzen. So ähnlich ist sporadisches ER:

  • Kommt unerwartet
  • Oft durch Überanstrengung verursacht
  • Normalerweise kein wiederkehrendes Problem

Chronisches ER dagegen ist wie eine Lebensmittelallergie - es kommt immer wieder und erfordert besondere Aufmerksamkeit:

Typ Häufigkeit Ursache
Sporadisch Einmalig Umweltfaktoren
Chronisch Wiederkehrend Genetische Veranlagung

Woran erkennst du ER bei deinem Pferd?

Die offensichtlichen Anzeichen

Dein Pferd wirkt plötzlich steif wie ein Brett? Das könnte ein Warnsignal sein! Hier sind die häufigsten Symptome:

  1. Verhärtete, schmerzhafte Muskeln (besonders im Rücken und Hinterhand)
  2. Übermäßiges Schwitzen ohne entsprechende Anstrengung
  3. Kurze, flache Atmung

Letzte Woche habe ich ein Pferd gesehen, das nach nur 10 Minuten leichtem Trab plötzlich stehen blieb und sich weigerte weiterzugehen. Der Besitzer dachte zunächst an eine Kolik, aber es war ein klassischer ER-Fall.

Exertional Rhabdomyolysis bei Pferden: Symptome & Behandlung Photos provided by pixabay

Wenn es ernst wird

In schweren Fällen kann es richtig gefährlich werden:

Braun-roter Urin ist ein Alarmzeichen! Das bedeutet, dass Muskelzellen zerfallen und die Nieren belasten. In solchen Fällen musst du sofort den Tierarzt rufen.

Warum bekommen Pferde ER?

Die häufigsten Auslöser

Warum passiert das überhaupt? Ganz einfach: Wenn du ein Couch-Potato plötzlich zum Marathonläufer machst, geht das schief. Genauso ist es bei Pferden:

Zu schnelle Steigerung des Trainings ist der Hauptgrund. Aber wusstest du, dass auch heißes Wetter ein Risikofaktor ist? Durch das viele Schwitzen verliert das Pferd wichtige Elektrolyte.

Die tiefgreifenden Ursachen

Manche Pferde neigen genetisch bedingt zu ER. Hier sind die wichtigsten Formen:

  • RER (Recurrent Exertional Rhabdomyolysis)
  • PSSM (Polysaccharid-Speicher-Myopathie)
  • Maligne Hyperthermie

Mein Kollege hat letztens einen Fall gehabt, wo ein scheinbar gesundes Pferd immer wieder Probleme hatte. Erst ein Gentest brachte Klarheit - es war PSSM1.

Wie diagnostiziert der Tierarzt ER?

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Wenn es ernst wird

Der Tierarzt wird dich zunächst nach der Krankengeschichte fragen. Wann begannen die Symptome? Wie war das Training? Diese Details sind entscheidend!

Dann folgt eine Blutuntersuchung. Erhöhte Werte von Kreatinkinase (CK) und AST zeigen Muskelzerfall an. Bei meinem eigenen Pferd lagen die CK-Werte mal bei 15.000 U/l - normal sind unter 300!

Wenn es kompliziert wird

Bei wiederkehrenden Fällen brauchen wir oft mehr Tests:

Ein einfacher Haarwurzeltest kann PSSM1 nachweisen. Für PSSM2 benötigen wir eine Muskelbiopsie. Keine Sorge, das klingt schlimmer als es ist - die Pferde bekommen eine lokale Betäubung.

Erste Hilfe bei ER

Sofortmaßnahmen

Was tun, wenn dein Pferd akut betroffen ist? Hier mein Notfallplan:

  1. Sofort mit dem Training aufhören
  2. Pferd in den Stall bringen
  3. Für Ruhe und Entspannung sorgen

Unser Tierarzt gibt meist Banamine gegen die Schmerzen. In schweren Fällen braucht das Pferd Infusionen, um die Nieren zu schützen.

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Wenn es ernst wird

Nach 24-48 Stunden kannst du vorsichtig mit Handarbeit beginnen. Aber Achtung: Zu viel zu früh kann einen Rückfall auslösen!

Ich empfehle, mit 5-10 Minuten Spaziergang anzufangen und langsam zu steigern. Nach einer Woche kannst du meist wieder leichtes Longieren versuchen.

Langfristiges Management

Die richtige Ernährung

Fütterung ist entscheidend! Hier meine Top-Tipps:

  • Reduziere stärkehaltiges Futter
  • Erhöhe den Fettanteil
  • Füttere ausreichend Vitamin E und Selen

Ein Kunde von mir hatte großartige Erfolge mit Leinöl im Futter. Nach 3 Monaten hatte sein Pferd keinen einzigen Rückfall mehr!

Trainingsanpassungen

Regelmäßigkeit ist der Schlüssel! Besser täglich 30 Minuten als einmal pro Woche 2 Stunden.

Vor dem Training immer gründlich aufwärmen. Mein Geheimtipp: 10 Minuten Schrittarbeit vor jeder Trainingseinheit.

Kann man ER vorbeugen?

Allgemeine Prävention

Die beste Vorbeugung ist ein ausgewogenes Management:

  1. Tägliche Bewegung
  2. Ausreichend Weidegang
  3. Stress vermeiden

Wusstest du, dass gestresste Pferde häufiger ER bekommen? Deshalb ist eine ruhige Umgebung so wichtig.

Spezielle Maßnahmen

Bei genetisch bedingten Formen brauchen wir spezielle Pläne:

PSSM-Pferde brauchen oft eine fettreiche, stärkearme Diät. RER-Pferde profitieren von regelmäßiger, aber nicht zu intensiver Bewegung.

Mein Lieblingsbeispiel: Eine Dressurstute mit RER, die jetzt täglich 45 Minuten gleichmäßiges Training bekommt und seit 2 Jahren beschwerdefrei ist!

Wichtige Notizen

Denk immer daran: Jedes Pferd ist anders. Was bei dem einen hilft, muss beim anderen nicht wirken. Arbeite eng mit deinem Tierarzt zusammen!

Und vergiss nicht: Auch Pferde mit ER können ein glückliches, aktives Leben führen - sie brauchen nur besondere Aufmerksamkeit.

Wie beeinflusst das Wetter die ER-Anfälligkeit?

Extreme Temperaturen als Risikofaktor

Hast du schon mal bemerkt, dass dein Pferd an heißen Tagen schneller erschöpft ist? Temperaturextreme spielen eine größere Rolle bei ER als viele denken.

Bei Hitze verliert dein Pferd nicht nur Flüssigkeit, sondern auch wichtige Elektrolyte wie Natrium und Kalium. Diese sind aber entscheidend für die Muskelfunktion. Ich erinnere mich an einen besonders heißen Sommer, als wir in unserer Reitschule drei ER-Fälle innerhalb einer Woche hatten - alle nach Training in der Mittagshitze!

Der Einfluss von Kälte

Übrigens, nicht nur Hitze ist problematisch. Kälteperioden können genauso gefährlich sein!

Warum? Ganz einfach: Bei Kälte ziehen sich die Muskeln zusammen und werden weniger durchblutet. Wenn du dann zu intensiv trainierst, steigt das ER-Risiko. Mein Tipp: Im Winter immer doppelt so lange aufwärmen wie im Sommer.

Alternative Therapieansätze

Physiotherapie und Massage

Was hältst du von einer guten Massage nach dem Training? Für Pferde mit ER kann das Wunder wirken!

Regelmäßige physiotherapeutische Behandlungen helfen, Verspannungen zu lösen und die Durchblutung zu verbessern. Eine Freundin von mir hat mit ihrem Springpferd, das zu ER neigt, wöchentlich Massagen gemacht - die Anzahl der Anfälle hat sich halbiert!

Akupunktur und andere Methoden

Manche Reiter schwören auf alternative Heilmethoden:

Methode Wirksamkeit Kosten
Akupunktur Mäßig 60-100€/Sitzung
Kräutertherapie Variabel 20-50€/Monat
Magnetfeldtherapie Wenig belegt Hohe Anschaffungskosten

Persönlich würde ich immer zuerst die klassische Medizin versuchen, aber wenn nichts hilft, warum nicht auch alternative Wege probieren?

Die psychologische Komponente

Stress als Auslöser

Wusstest du, dass nervöse Pferde häufiger ER bekommen? Stress ist ein oft unterschätzter Faktor!

Ich habe ein richtig sensibles Dressurpferd betreut, das bei jedem Turnierstart ER-Symptome zeigte. Erst als wir an der mentalen Vorbereitung gearbeitet haben - mit viel Gelassenheitstraining und positiver Verstärkung - ging es besser. Jetzt reitet es sogar wieder kleine Prüfungen!

Die Mensch-Pferd-Beziehung

Wie reagierst du, wenn dein Pferd nicht mehr weiter will? Deine eigene Reaktion beeinflusst den Verlauf!

Ein typischer Fehler: Das Pferd zeigt erste Anzeichen von Unwohlsein, und der Reiter denkt "Nur noch fünf Minuten, dann ist die Lektion perfekt". Besser wäre, sofort zu stoppen und das Pferd zu beruhigen. Vertrau mir, ich habe diesen Fehler selbst gemacht und es bitter bereut!

ER bei verschiedenen Disziplinen

Rennsport vs. Freizeitreiten

Welche Pferde sind besonders gefährdet? Hochleistungssportler natürlich, aber auch Freizeitpferde!

Interessanterweise sehen wir ER nicht nur bei Renn- oder Sportpferden. Auch das "Sonntagsreitpferd", das die Woche über steht und dann am Wochenende überfordert wird, ist gefährdet. Letztes Jahr hatte ich einen Fall bei einem 15-jährigen Schulpferd - weil es plötzlich viel mehr geritten wurde als gewohnt!

Zucht und Genetik

Sollte man mit Pferden, die zu ER neigen, überhaupt züchten? Eine heikle Frage!

Bei erblichen Formen wie PSSM ist Vorsicht geboten. Ein Züchter in unserer Region hat trotzdem mit einem PSSM1-Träger-Stuten weitergezüchtet - aber nur mit genetisch unbelasteten Hengsten. Bisher sind die Fohlen gesund, aber wir beobachten die Entwicklung genau.

Technologische Hilfsmittel

Fitness-Tracker für Pferde

Was hältst du von Pulsmessern und Co.? Moderne Technik kann ER vorbeugen helfen!

Ich nutze seit einem Jahr einen Pferdefitness-Tracker, der mir anzeigt, wann mein Pferd an seine Grenzen kommt. Besonders praktisch: Die App warnt mich, wenn die Herzfrequenz zu lange erhöht bleibt. Seitdem hatte mein Wallach keinen einzigen ER-Anfall mehr!

Bluttest-Sets für zu Hause

Es gibt jetzt sogar Schnelltests, mit denen du CK-Werte selbst messen kannst. Praktisch oder unnötig?

Für Pferde mit chronischem ER finde ich die Idee super. Du kannst sofort reagieren, wenn die Werte steigen, ohne erst auf den Tierarzt zu warten. Allerdings: Die Geräte kosten mehrere hundert Euro, und die Genauigkeit ist nicht immer optimal.

ER und andere Erkrankungen

Der Zusammenhang mit Koliken

Wusstest du, dass ER-Pferde häufiger Koliken bekommen? Doppelter Stress für den Körper!

Die Muskelzerfallsprodukte belasten nicht nur die Nieren, sondern können auch den Darm irritieren. Mein ältester Pensionsgast, ein 22-jähriger ehemaliger Springhengst mit ER, bekommt deshalb zusätzlich zur normalen Behandlung immer Darmflora-Unterstützung.

Metabolisches Syndrom und ER

Übergewichtige Pferde haben ein höheres ER-Risiko. Warum eigentlich?

Fettpölsterchen produzieren entzündungsfördernde Stoffe, die die Muskelfunktion beeinträchtigen können. Ein richtig dicker Shetty in unserer Nachbarschaft hatte ständig ER-Probleme - bis er endlich abgenommen hat. Jetzt geht's ihm viel besser!

E.g. :Kreuzschlag - Universitäres Tierspital Zürich

FAQs

Q: Wie erkenne ich, ob mein Pferd ER hat?

A: Achte auf diese Alarmzeichen: Dein Pferd wird plötzlich steif, schwitzt stark ohne Grund und will sich nicht bewegen. Die Muskeln fühlen sich hart an wie ein Brett! Ich hatte mal einen Fall, wo das Pferd nach nur 10 Minuten Trab komplett blockierte. Wenn du braun-roten Urin siehst, ist das ein Notfall - sofort den Tierarzt rufen! Normalerweise messen wir dann die CK-Werte im Blut - bei ER sind sie oft hundertfach erhöht.

Q: Was soll ich tun, wenn mein Pferd akut ER hat?

A: Ruhe ist jetzt das Wichtigste! Stoppe sofort das Training und bring dein Pferd in den Stall. Unser Standardprotokoll: Banamine gegen die Schmerzen, bei schweren Fällen Infusionen. Die ersten 48 Stunden nur stehen lassen, dann langsam mit 5-minütigen Spaziergängen beginnen. Aber Vorsicht - zu frühe Belastung kann alles schlimmer machen! Ich rate immer, mindestens eine Woche zu warten, bevor man wieder leicht trainiert.

Q: Kann mein Pferd nach ER wieder normal trainieren?

A: Ja, aber mit Plan! Ich betreue viele Sportpferde mit ER - der Schlüssel ist regelmäßiges, maßvolles Training. Besser täglich 30 Minuten als einmal die Woche hart. Mein Tipp: Immer gründlich aufwärmen! Ein Kunde von mir hat seine Dressurstute nach ER mit täglicher Schrittarbeit wieder aufgebaut - heute läuft sie wieder Grand Prix! Wichtig: Lass dich von deinem Tierarzt beraten, denn jedes Pferd ist anders.

Q: Welches Futter hilft bei ER?

A: Fett statt Stärke ist die Devise! Reduziere Getreide und füttere mehr Öle wie Leinöl. Vitamin E und Selen sind extrem wichtig - ich lasse die Werte immer checken. Ein Pferd in meiner Betreuung bekam spezielle Elektrolyte und hatte danach keine Rückfälle mehr. Wichtig: Füttere nie zu viel auf einmal und achte auf beste Qualität!

Q: Gibt es Pferderassen, die besonders anfällig sind?

A: Vollblüter und Quarter Horses neigen besonders zu ER. Bei Quarter Horses liegt oft PSSM1 vor - ein einfacher Gentest gibt Klarheit. Aber ich habe auch schon Warmblüter und Ponys mit ER gesehen. Wichtig zu wissen: Auch "normale" Pferde können ER bekommen, wenn das Training nicht passt. Deshalb ist für mich jedes Pferd ein Einzelfall!

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